Unser Team

Sigrid Lugmair

Ich hatte das Glück in einer großen Familie aufwachsen zu können, in der Spielen und sich Bewegen, Musizieren und Jahresfeste Feiern wichtig war und gepflegt wurde. Nach der Grundschule besuchte ich ein musisches Gymnasium und legte das Abitur in den Fächern Musik und Englisch ab. Das Studium dieser beiden Fächer für das Lehramt führte mich nach Regensburg. Bereits während dieser Zeit lernte ich die Waldorfschule Nürnberg kennen und war davon sehr fasziniert, besonders von der Möglichkeit, mit der Schule zugleich auch eine Lehre abschließen zu können.

Meine drei Kinder gingen dann in den Regensburger Waldorfkindergarten. Die Reigen und Lieder, die Kastanien, Tücher, die weichen Puppen, das gemeinsame Essen, die Feste, die man beging - darin fand ich das, was ich gesucht hatte. Und dies bestärkte mich in dem Entschluss, nicht in den Staatsdienst zu gehen, sondern Waldorflehrerin zu werden, eine Entscheidung, über die ich noch heute sehr glücklich bin.

Nach dem Waldorflehrer-Seminar in München begann ich an der Landsberger Waldorfschule und unterrichtete die Fächer Englisch und Musik von der 1. bis zur 11. Klasse. Ich übernahm eine Klassenbetreuung in der Oberstufe und baute den Oberstufenchor auf. Es war ein großartiges Erlebnis, die 90 Oberstufenschüler in weißen Hemden zu Weihnachten Bachs „Jauchzet, frohlocket…“ singen zu hören, und darunter meine eignen Kinder!

Mit meinem Wechsel in den Klassenlehrerbereich (errang und) erlebte ich die Waldorfpädagogik so intensiv und tiefgreifend, wie ich es mir vorher nicht vorstellen konnte! Das Begleiten der Kinder von Anfang an, verschaffte mir eine noch intensivere und tragfähigere Verbindung. Die Zusammenarbeit mit den Eltern, das neu Ergreifen der Unterrichtsinhalte und wertvolle Erfahrungen mit den Kolleginnen und Kollegen, wurden zu einer großen Bereicherung in meinem Lehrerdasein.

Dass ich nun meine Erfahrung, meine Freude am Unterrichten und meine im Lauf der Zeit gewachsene Überzeugung, dass die Waldorfpädagogik „stimmt“, in Regensburg einbringen kann, erscheint mir jetzt als sehr glückliche Fügung. In diesem Sinne erwarte ich voller Spannung und Freude den 1. Schultag in der Waldorfschule Regensburg.

Margitta Giersberg

Roter Faden
Ein roter dreifach gedrehter Faden lässt sich in meinem Leben entdecken:
die Grimm´schen Märchen, aus denen mir meine Großmutter unermüdlich vorlas, damit verbunden meine Liebe zur Sprache und schließlich die Umsetzung von Märchen und Sprache in meiner kleinen Puppenbühne.

Zwei der Gründe, warum ich so gerne Waldorflehrerin bin:
Den Entschluss, Lehrerin zu werden, fasste ich in der ersten Grundschulklasse, bin ihm treu geblieben und habe ihn nur durch einige Zeit in der Sozialpädagogik ergänzt.

Noch heute sehe ich die diese Entscheidung auslösende Situation klar vor Augen. Ich wollte eine Lehrerin werden, zu der alle Kinder gerne und ohne Angst kommen! Das Ideal  „Erziehung ist immer und vor allem zuerst Beziehung“ und damit auch Selbsterziehung.

Hinter meiner Fragehaltung gegenüber jedem Kind “Wer bist du und wie kann ich dir helfen, deine Fähigkeiten zu entwickeln?“ steht das Menschenbild der Waldorfpädagogik, dass jedes Kind individuell „ein Könner“ ist, wie es von einem Kollegen formuliert wurde.
 
Warum Waldorfschule Regensburg?
Das habe ich mich einige Monate immer mal wieder gefragt: Warum ein Kollegium verlassen, in dem ich mich wohl fühle und Schüler/innen und Eltern, die mir offen und mit Vertrauen begegnen. Warum noch einmal etwas Neues beginnen?

Dass es in Regensburg endlich eine Waldorfschule geben soll, wollte ich zunächst gerne als Ansprechpartnerin aus der Wendelsteiner Patenschule unterstützen, aber je mehr ich mich auf den Prozess einließ, je besser ich die engagierten Menschen der Gründungsinitiative kennenlernte, desto klarer sah ich meine persönliche Aufgabe und konnte, als ich zum zweiten Mal als Gründungslehrerin angefragt wurde, nur noch „Ja“ sagen.

Als äußerer unterstützender Umstand kam hinzu, dass der vierte von meinen eigenen Kindern letzten Sommer an der Wendelsteiner Schule Abitur machte und ich so nicht mehr ortsgebunden bin. Nun begleiten mich diese Zeilen von Hermann Hesse.

„ ..Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
   Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
   Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
   In andre, neue Bindungen zu geben.
   Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
   Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.....“